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Wellhotel 03/2011

WellHotel 20 Hotellerie | Gastronomie | Tourismus [ Alpen als Abenteuerspielplatz ] zu 60 Metern Länge gehören zum Abenteuerpark Toblach in Südtirol. Besucher haben die Wahl unter 14 Routen, wobei die schwierigste als „super schwarz“ gekennzeichnet ist: Es gilt, diverse Aufgaben in 20 Metern Höhe zu bewältigen. Doch auch die Kleinen kommen auf ihre Kosten: Für Kinder ab drei Jahren gibt es den Sumsi-Parcours mit neun Stationen und einem eigenen Baby-Flying Fox. Ein weiterer Park des gleichen Betreibers befindet sich in Kaltern. Dschungel, Expedition oder gar „Hell Trip“: Der „Adventure Park Rheinfall“ bei Neuhausen in der Ostschweiz wartet mit elf verschie- denen Routen auf. Darunter ist auch ein Kinderparcours für Kletterfans ab vier Jahren. Höhepunkt der Pa- norama-Runde ist ein eindrucks- voller Blick auf den Rheinfall: An einem Seil hängend, gleitet man an den tosenden Wassermassen eines der größten Wasserfälle Europas vorbei. Am Schluss geht es in freiem Fall aus zwölf Metern Höhe zurück zur Erde – im letzten Moment sanft mit dem „Power Fan“ abgebremst. Seit 2010 punktet der Hochseil- park in Saalbach Hinterglemm mit der längsten Seilrutsche Europas und dem „Baumzipfelweg“. Dort- hin gelangt man über die 200 Meter lange Hängebrücke auf 1300 Meter Seehöhe, welche als „Golden Gate Bridge der Alpen“ bezeichnet wird. Die orangefarbenen Stahlträger der Brücke ragen hoch in den Himmel, doch dank der schlanken und ele- ganten Bauweise soll sich die Brü- cke, die in 42 Meter Höhe über die Saalach führt, unaufdringlich in die Landschaft einfügen. | Warnende Stimmen | So sehr die Touristiker von der Notwendigkeit überzeugt sind, die Alpen für alle zugänglich machen und das jün- gere Publikum mit immer neuem Nervenkitzel locken zu müssen, so sehr macht nicht nur Umweltschüt- zern diese Entwicklung zum „Aben- teuerspielplatz Alpen“ Sorgen. So warnt etwa der Alpenverein vor der „Errichtung immer spektaku- lärerer Attraktionen“ und mahnt, die Alpen dürften nicht „zur Kulisse degradiert“ werden. Der Schweizer Bergführer Kurt Winkler wird dazu ebenfalls in „Die Zeit“ (28. Juli 2011) in Urs Willmanns Artikel „Gipfel der Verspaßung“ zitiert: „Das Nichts ist rar geworden in den Bergen. Ich set- ze mich ein für das Nichts, denn es ist manchmal mehr.“ Dass es auch ohne Superlati- ve und Eingriffe in die Natur geht, beweisen beispielsweise neun Ge- meinden im Chiemgauer Achental und dem angrenzenden Tiroler Ge- biet. Sie haben sich vor zehn Jahren im „Ökomodell Achental“ zusam- mengeschlossen und mit dem sanf- ten Tourismus gute Erfahrungen ge- macht. Sie bieten geführte Alm- und Kräuterwanderungen, eine Schau- käserei, Brotbacken beim Bauern und die jährlichen Unterwössener „Kirta“, einen Jahrmarkt mit regio- nalen Produkten und alten Hand- werken. Damit konnte eine ganz neue Gruppe von Gästen gewonnen wer- den – unter anderem auch Besu- chergruppen, die das Ökomodell vor Ort studieren wollten. Dessen Erfol- ge haben sich schon bis nach China herumgesprochen. ››››› „Golden Gate Bridge derAlpen“ in Saalbach Hinterglemm. Foto:RichardRonacher,www.der-fotoigel.at Luftiger Nervenkitzel im „Sky­ swing“ in Serfaus-Fiss-Ladis. Foto:www.serfaus-fiss-ladis.at Die Gipfelplattform „Top of Tyrol“ auf 3210 Meter Seehöhe eröffnet am Stubaier Gletscher ein 360-Grad-Panorama. Die Aussichtsplattform „5fingers“ am Dachstein ragt wie eine Hand in einen über 400 Meter tiefen Abgrund hinein. Foto:StubaierGletscherFoto:DachsteinimSalzkammergut/GregorSemrad