
WellHotel 8 l [ leitartikel ] | Michael Klimesch | | Herausgeber | Seit Menschen in ihren Ferien fremde Län- der bereisen, gibt es die Diskussion über das perfekte Urlaubsdomizil. Nun werden Sie, geehrte Leserinnen und Leser, wahrschein- lich sofort feststellen, dass es das perfekte Hotel nicht gibt. Und Sie haben wahrscheinlich recht. Alles richtig zu machen, scheint so schwierig wie einen Eiswürfel mit bloßer Hand durch die Sahara zu tragen oder ein österreichischer Fuß- ballsieg bei der kommenden WM in Brasilien. Trotzdem sollte man nicht verzagen. Denn eini- ge Häuser kommen dem absoluten Ideal bereits heute schon sehr nahe. Perfekte Hardware, ört- liche Authentizität, bestens geschulte Mitarbei- ter und ein ständiges Arbeiten an der Qualität zeichnen diese Top-Hoteliers aus. Trotz rasanter Entwicklungen sind sie immer up to date – und oft auch einen Schritt voraus. Was zeichnet aber die Besten der Branche aus? Welche Erfolgsge- heimnisse befinden sich hinter den zahlreichen Erfolgsgeschichten? Festzuhalten ist jedenfalls, dass kein Haus mit dem anderen vergleichbar ist, daher sind auch exakt zugeschnittene Ausstattungs- und Marke- tingphilosophien nicht eins zu eins übertragbar. Grundsätzliche Erfolgsfaktoren sind jedoch sehr wohl zu beachten. Die wohl wichtigste Eigen- schaft ist der Mut – Mut, sich von vergangenen Traditionen zu lösen oder der Mut, an ehrlichen Traditionen festzuhalten. Der Mut, auf etwas völlig Neues zu setzen, oder Mut, Altbewährtes zu verfeinern. Der Mut, sich konsequent hinter sein Personal zu stellen, ohne dem ein Hotel nicht funktionieren kann, oder der Mut, ausbil- dungsmäßig völlig neue Wege zu gehen. So könnte man sich auch dem idealen Hotel annähern. Ein Ort, an dem sich der Gast ganz- heitlich wohlfühlen kann, der ihn zum Träu- men anregt und damit eine unvergessliche Zeit beschert. Ein Ort, an dem man gerne wieder- kommt. Dazu ist es wichtig, die rasanten gesell- schaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahre einfließen zu lassen. Design, außergewöhnliche Features, Lifestyle, moderne Interpretationen der Tradition – dies sind nur einige Schlagworte, welche Studienau- toren mit den aktuellen Entwicklungen verbin- den. Nicht nur aktuell in Tunesien oder Ägypten, auch in den Kernmärkten der alpenländischen Hotellerie haben sich die Einstellungen der Be- völkerung teils radikal geändert. In Zeiten, in denen sich praktisch jedermann zu jeder Zeit über alles im Internet informieren kann, wird nur das Außergewöhnliche zum Anreiz. Konkret bedeutet das, dass der Hochbau- und In- nenarchitektur praktisch keine Grenzen gesetzt sind. Die perfekte Mischung aus Hoteltradition und modernen Elementen muss jedoch jeder Gastwirt für sich selbst bestimmen. Wichtig ist es, neben der authentischen Einbindung der Umgebung auch den Event-Charakter nicht zu vernachlässigen. Denn nur was den Gast begeis- tert, sei es eine kleine Aufmerksamkeit oder ein überdimensionaler Wasserfall in der Hotelhalle, bleibt diesem im Gedächtnis. Lassen Sie sich kei- ne Grenzen setzen und lassen Sie eine Mischung aus persönlicher Erfahrung und Lebenseinstel- lung sowie abgehobenen Einrichtungselemen- ten und Marketingideen zu. Man könnte für die Hotellerie fast den Slogan des weltweit größten Autobauers aus Japan verwenden: nichts ist un- möglich. Das ideale Hotel – Versuch einer Erklärung| „Lassen Sie sich kei- ne Grenzen setzen.“ | www.artisplan.comRichtigstellung: Die bildlich dargestellten Räumlichkeiten des Hotel Tirol in Ischgl, welche auf Seite 3 der Werbeeinschaltung der Firma Thermarium / Buch in der Ausgabe 4/2010 des Fachmagazins WellHotel publiziert wurden, wurden ausschließlich vom Architekturbüro Artis Plan AG, Hansjörg Kolednik, in Samnaun geplant und ausgeführt. Fotos:www.foto-mueller.com