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WellHotel

WellHotel 18 Hotellerie | Gastronomie | Tourismus [ Südtirol – eine Analyse ] ››››› n den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl der Gästebetten in Südti- rol um 3,7 % auf 219.000 angestiegen – gleichzeitig nahmen die Nächti- gungen um 18,7 % auf über 28 Milli- onen zu. Diese Steigerung ist besser als in den Nachbarländern. | Südtiroler Hotels Weltspitze | „Südtirols Hotels sind Weltspitze“ titeln stolz die „Dolomiten“ mit Recht, denn laut dem größten Ho- telbewertungsportal Holiday Check gehören nicht weniger als sieben Südtiroler Hotels zu den 99 belieb- testen der Welt und unter den 332 weltweit besten „Holiday Check Top Hotels“ findet man 16 aus Südtirol (Anmerkung: Davon sind acht Kun- den von Kohl & Partner). Zwei Signale, die Südtirols her- vorragende Stellung im Tourismus untermauern und die berechtigte Frage herausfordert: Was macht Südtirol anders? Hier der Versuch, das Phänomen Südtirol zu erklären: | Bewusste Steuerung der Touris- musentwicklung | In den 70iger Jahren des vorigen Jarhhunderts stieg die Anzahl der Gästebetten in Südtirol von 150.000 auf 233.000 im Jahr 1983 an. Um ein weiteres unbeschränktes Wachstum zu ver- hindern, wurde Anfang der 80iger Jahre in Südtirol ein „Bettenstopp“ eingeführt. Das hieß damals nicht, dass die Betriebe per Gesetz keine neuen Betten mehr errichten durf- ten, sondern durch verschiedene raumordnerische Maßnahmen wur- de ein Bettenstopp indirekt bewirkt. Am Anfang stark kritisiert, hat diese Maßnahme – gesamtwirtschaftlich gesehen – ein ungebremstes und überhitztes Wachstum vermieden, zu einer verbesserten Auslastung geführt und die Eigenkapitalbasis der Südtiroler Betriebe im Vergleich zu den ausländischen Mitbewerbern erhöht. Eine im Jahr 1993 im Auftrag des HGV (Hotelier- und Gastwirtever- band) von Kohl & Partner durchge- führte wissenschaftliche Studie kam zum Schluss, dass die bestehende Regulierung zwar die oben erwähn- ten positiven Effekte bewirkte, nach zehn Jahren jedoch den notwendi- gen Strukturwandel in den Betrie- ben extrem einschränkte. Weiters wurde festgestellt, dass in Südtirol zwischen 1983 und 1993 ca. 20.000 Betten „verloren“ gingen. Kohl & Partner empfahl deshalb eine vor- sichtige Änderung der Raumord- nung. Beschlossen wurde diese durch das sogenannte „qualitative und quantitative Erweiterungsge- setz“, das die Gemeinden Südtirols in hochentwickelte, entwickelte und schwach entwickelte touristi- sche Gebiete einstuft. Während in entwickelten und vor allem in hoch- entwickelten Gebieten (wie z.B. in Schenna oder in Corvara) nur sehr beschränkte Kapazitätserweiterun- gen in den bestehenden Betrieben möglich waren, war in den schwach entwickelten Gebieten fast alles er- laubt – dort konnten beispielsweise auch neue Betriebe entstehen. Heute liegt die Entwicklung weitgehend in der Hand der Ge- meinden, die Tourismusentwick- lungskonzepte erarbeiten müssen, wo das für sie wünschbare Maß an Gästebetten für die nächsten zehn Jahre festgeschrieben wird. Südtirol betreibt somit seit Jahr- zehnten eine aktive Tourismuspoli- tik – die auch vor unpopulären Ent- wicklungen nicht zurückschreckt – und bekennt sich zu einer bewuss- ten Steuerung des Tourismus. | Die Stärken Südtirols | Die SMG (Südtiroler Marketinggesellschaft) definiert Südtirol wie folgt: „Südti- rol ist die kontrastreiche Symbiose aus alpin und mediterran, Sponta- nität und Verlässlichkeit, Natur und Kultur“. Kohl & Partner hat es im „Fach- plan für die Tourismuswirtschaft Südtirols 1996 – 2006“ (im Auftrag der Landesregierung) wie folgt auf den Punkt gebracht: „Die touristi- sche Faszination Südtirols liegt (ne- ben den natürlichen Schönheiten, den guten Betrieben etc.) ganz we- sentlich im Lebensstil der Südtiro- ler, der für viele Urlauber als erstre- benswert und nachahmenswert gilt. Dieser Lebensstil ist mediterran/al- pin geprägt, kann (in den Augen der Gäste!) als locker, genussorientiert, gepflegt und ordentlich beschrie- ben werden und drückt sich aus im Reden, in der Gestik u.ä.“ Und ein renommierter Werbefachmann be- schreibt die Eigenart Südtirols wie folgt: „Die Gastfreundschaft und die lockere, freundliche und lie- benswürdige Lebensauffassung der Südtiroler Bevölkerung wirken für viele Gäste sehr anziehend und sind wesentliche Gründe, dieses Land als Urlaubsland zu wählen.“ Was Südtirol so erfolgreich macht i Innerhalb von zehn Jahren um 3,7 % mehr Betten – aber um 18,7 % mehr Nächtigungen. Sieben Süd- tiroler Hotels unter den 99 beliebtesten beim „Holiday Check Award“. Was macht Südtirol anders? Ein Versuch von Dr. Alois Kronbichler, Kohl & Partner Tourismusberatung Südtirol, dieses Phänomen zu klä- ren – oder: wie man mit bewusster Steuerung und Qualität in den Betrieben profitablen Tourismus macht. Autor dieses Beitrags: Dr. Alois Kron- bichler, Kohl & Partner Touris- musberatung Südtirol. Das Tourismusland Südtirol hat viel mehr zu bieten als nur eine gewaltige Naturkulisse. Foto:TourismusverbandRitten