Lecker Kerlchen ...

Horst Lichter

Ein nicht nur kulinarisches Gespräch mit dem Koch- und Lebenskünstler Horst Lichter führte WellHotel-Redakteurin Renate Linser-Sachers.

WellHotel: Sie haben zwar in (noch) jüngeren Jahren Koch gelernt, die pure Leidenschaft dafür aber viel später entdeckt. Was war da ausschlaggebend?


Horst Lichter: Wie fast immer bei mir, die Menschen. Als ich als Koch wieder anfing, hat es mir unglaublich viel Freude bereitet, an meinem Kohleofen unmittelbar vor den Gästen wieder in der Oldiethek zu kochen.

WellHotel: Um Sie selbst zu zitieren, kamen Sie zum Fernsehen wie der Fisch zum Fahrrad. Wie darf man sich diese nicht alltägliche Konstellation vorstellen?


Horst Lichter: Ein WDR-Redakteur, der öfter bei mir gegessen hatte, rief an und sagte: „Horst, wir nehmen jetzt mal eine Sendung auf.“ Ich war platt und habe mir erstmal überlegt, was ich kochen soll.

WellHotel: Kollegen liefern sich landauf, landab einen Kampf um Sterne und Hauben. Warum haben Sie kein gekröntes Haupt?


Horst Lichter: Meine Sterne sind die Gäste.

WellHotel:  Mit welchem lecker Essen kann man Sie mitten in der Nacht aus der Schlafreserve locken?


Horst Lichter: Mit Kartoffelpüree.

WellHotel: Sie sind berühmt-berüchtigt, in Zeiten von vornehm-kleinen Portiönchen und schonender Garmethoden mit Wonne weder an Sahne und schon gar nicht an der geliebten Butter zu sparen. Welche „Philosophie“ steckt dahinter?


Horst Lichter: Man muss keine Diät halten, man sollte nur Maß halten.

WellHotel: Sie sind der mit diesem Flohmarkt-Restaurant irgendwo in Deutschland, der, der mit Schicksalsschlägen fertig werden musste und der, der sich den Traum erfüllte, sein Leben von jetzt auf dann zu verändern. Ja, und natürlich noch dieser lustige Chaot im Küchenfernsehen. Wer sind Sie nun wirklich?


Horst Lichter: Ich bleibe immer ich. Das Gute ist, dass ich mich nicht verstellen muss.

WellHotel: Ihre Liebe zu Johann Lafer gestehen Sie ja oft und gerne hoch offiziell ein. Was macht dieses besondere Verhältnis zwischen Ihnen beiden aus und was lernen Sie voneinander?


Horst Lichter:  Johann ist ein begnadeter Koch, der aus einer Möhre ein Drei-Gänge-Menü zaubern kann. Was er von mir lernt, müssen Sie Johann fragen.

WellHotel: Sie haben vor nicht allzu langer Zeit doch schon jenseits der 35+ geheiratet. Inwiefern hat sich dadurch Ihr Leben verändert?


Horst Lichter: Nada und ich sind seit zwölf Jahren ein Paar. Nach unserer Hochzeit sind wir noch ein bisschen glücklicher als vorher.


WellHotel: Der Fernsehruhm dürfte wohl auch für Sie selbst überraschend massiv hereingebrochen sein. Wie gehen Sie damit um?


Horst Lichter: Sehr locker.

WellHotel: Ist Horst Lichter auch jenseits der Kamera so, wie er sich dem Publikum präsentiert?


Horst Lichter:  Wie gesagt, ich bleibe immer ich.

WellHotel:  Sie sind strikter und ziemlich kompromissloser Verfechter der so genannten Hausmannskost. Weil sie einfach besser schmeckt?


Horst Lichter: Ich esse auch gerne bei Johann Lafer, so ist das nicht. Aber am allerliebsten mag ich Hausmannskost, wie man sie in meinem Buch „Alles in Butter“ findet.

WellHotel:  In Ihrem Live-Programm „Sushi ist auch keine Lösung“ treten Sie 2010 am 14. März in Wien und am 15. März in Linz auf. Was motiviert Sie, die Küche mit der Bühne zu tauschen?


Horst Lichter: Wieder die Menschen. Denn eigentlich bin ich nicht nur Koch, sondern auch Geschichtenerzähler.                          
 www.horst-lichter.de

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